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Nachdem der Winter sich bei uns definitiv verzogen hat, folgen bald Sommerlichen Temperaturen, die dazu führen, dass Betreiber von Kälteanlagen, bei hohen Sommer Temperaturen zum Gartenschlauch greifen, um die Kondensatoren mit normalem Leitungswasser abzuspritzen um die Kühlleistung zu erhalten.
Ein „Abspritzen“ eines heiß laufenden Verflüssigers/Kondensators mit kaltem Wasser bei großer Hitze ist aus mehreren Gründen riskant. Thermisch / Regelungstechnisch Der thermodynamische Effekt ist unkontrolliert, heisst kurzfristig sinkt zwar die Verflüssigungstemperatur, punktuell stark, aber nicht gleichmäßig über die gesamte Fläche wie bei geplanten adiabaten Systemen. Die Regelung (Druckregelventile, Lüfterstufung, Hochdruck-Pressostat) ist auf definierten Luftdurchsatz und Umgebungstemperatur ausgelegt, nicht auf plötzliche Zusatzkühlung die zu instabilem Regelverhalten, Takten und Störungen führen kann. Wenn die Anlage an ihrer Leistungsgrenze läuft, ist das Problem meist mangelhafte Luftführung, Verschmutzung oder zu klein dimensionierte Verflüssiger – Wasser von aussen kaschiert die Ursache, verbessert sie aber nicht nachhaltig. Mechanische und materialtechnische Risiken Thermoschock: Lamellenwärmetauscher stehen im Hochdruckbereich, das Rohrregister und die Lötstellen haben hohe Metalltemperaturen; plötzliches Kühlen mit sehr kaltem Wasser erzeugt starke Temperaturgradienten und Spannungen im Material, was auf Dauer Risse oder Undichtigkeiten fördern kann. Korrosion: Leitungswasser enthält Salze aggressive Bestandteile, beim „Duschen“ des Verflüssigers bleiben Ablagerungen in den Lamellen, die Korrosion begünstigen und so die Lebensdauer mindern. Verschmutzung: Zusammen mit Staub bildet Wasser eine Art „Schlammkruste“ auf den Lamellen, die den Wärmeübergang verschlechtert, den Druck weiter ansteigen lässt. Verbiegung: Durch einen starken gerichteten Wasserstrahl können Lamellen eingedrückt werden. Hygienische und Regulatorische Aspekte Eine spontane Verdunstungskühlung ohne Konzept ist hygienisch nicht bewertet, stehendes oder langsam abtrocknendes Wasser auf und um den Verflüssiger (Auffangwannen, Pfützen) kann mikrobielles Wachstum fördern, was bei regelmäßigem Einsatz im gewerblichen Umfeld hygienische und rechtliche Fragen (Stichwort Legionellen Konzept, DVGW-Regeln) aufwirft. Professionelle adiabate oder wassergekühlte Systeme haben definierte Wasserwege, Aufbereitung und Wartungskonzepte; ein Gartenschlauch „von außen“ erfüllt diese Anforderungen nicht. Betriebssicherheit Plötzlicher Druckabfall durch starke Zusatzkühlung kann Schutz- und Regelorgane an unerwarteten Punkten ansprechen lassen (Hochdruck-/Niederdruck, Ölrückführung, Überhitzungsregelung) und Fehlfunktionen provozieren. Elektrische Komponenten sind meist nur gegen Regen und Nässe geschützt, nicht gegen gerichtete Wasser-Strahlen. Ein Eindringen von Wasser kann Kurzschlüsse oder Isolationsschäden verursachen.
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AutorWir sorgen für flüsterleise HVAC-Anlagen (Wärmepumpen, Klima-, Kälte- und Lüftungsanlagen) Kategorie |
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